044 - 814 0 814
 

Good Bye Flash

Nach iOS hat nun auch Android den Flash-Player aus dem System gekippt. Eine tolle Idee muss sterben...

Die Zeit des Aufbruchs

Vor 10 Jahren nannte man Websurfer noch Internauten, die furchtlosen Entdecker der virtuellen Welt. Damals galt für Webseiten nur das oberste Ziel: Auffallen um jeden Preis. Anders sein als die Konkurrenz.

Während Programmierer unter HTML 4 noch mit geschachtelten Tabellen kämpften, eröffnete uns Macromedia Flash ganz neue Möglichkeiten mit freien Formen und schneller Vektorgrafik. Der Kreativität waren damals kaum Grenzen gesetzt, was einige Programmierer jedoch dazu verleitete, aus Webseiten-Navigation kleine Point- und Klick-Adventures zu machen.

Apples Krieg gegen Adobe

Gestresste Menschen entwickelten bald einen Hass auf Flashseiten, die sie mit langen Animationen vom Zugriff auf die benötigte Information abhielten. Das Web wandelte sich mehr und mehr vom Kunst- zum Informationsobjekt. Wo nur der schnellste Weg zur Information zählt, ist HTML Flash klar überlegen. HTML-Seiten sind günstiger und wartungsfreundlicher, jedoch auch mit HTML5 gestalterisch noch eingeschränkter als Flash vor 10 Jahren. Freie Formen und verschachtelte Objekte sind in HTML5 noch immer Zukunftsmusik. Vektorgrafik wesentlich aufwändiger, Animationen ruckeliger und Videos mangels einheitlicher Formate in vieler Hinsicht rückständiger als mit Adobe Flash. Als Designer weine ich Flash eine dicke Träne nach, aber als Geschäftsmann musste ich einsehen, dass Adobe den Kampf gegen Apple und Google verloren hat.

Der Vorwurf von Apple, Flash sei ein Ressourcenfresser, war reine Propaganda. Auf vielen Android-Handys liefen unsere Flash-Webseiten damals problemlos. Apples CEO war sauer auf Adobe, weil Adobe neue Programme immer erst viel später für Mac als für PC lancierten. Letztendlich ging es Apple jedoch um das Monopol im Spielemarkt, denn ohne frei zugängliche Flash-Webseiten laufen auf iPad und iPhone nur Apps, an denen Apple via App-Store verdienen kann.

Zu einem Teil ist Adobe aber auch selber schuld an der Misere. Der Flash-Player hatte immer wieder massive Bugs und trotz immer schnellerer Computer ruckeln die gleichen Animationen heute mehr als früher.

Die Konsequenz

Heute ist mit Flash auf dem Schweizer Markt kein Geld mehr zu verdienen. Das Plus an gestalterischen Möglichkeiten wiegt das Minus an Benutzerreichweite nicht mehr auf.

KMD-Design hat Flash deshalb nach langer Treue den Rücken gekehrt. Unsere neuen Webseiten und Online-Shops setzen voll und ganz auf HTML5.